Feedback

Ein junger Delfin wächst heran

Die 33-jährige Delfindame PEPINA erwartet ein Jungtier.

Am 29. Oktober 2014 wurde bei PEPINA eine Blutentnahme im Rahmen der Routineuntersuchung durchgeführt. Dabei fiel ein hoher Progesteronwert auf.

Progesteron ist ein Hormon, welches bei einer Trächtigkeit von der Plazenta („Mutterkuchen“) produziert wird.

Allerdings wird es auch vom Gelbkörper in der zweiten Zyklushälfte produziert und fällt dann bei nicht erfolgter Trächtigkeit wieder ab.

Eine Bestätigung der Trächtigkeit wird dann entweder durch einen über Wochen erhalten bleibenden Progesteronwert oder aber, falls bei der Tierart möglich, durch einen Ultraschall erfolgen.

Bei Delfinen, wie bei anderen Säugetieren gibt es sowohl eine Scheinträchtigkeit als auch einen frühen Verlust eines Jungtieres in den ersten Wochen.

In den ersten Schwangerschaftswochen, die nur im Blut nachweisbar sind, spricht man beim Menschen von einer Verlustrate bis zu 50%. Danach wird die Schwangerschaft im Ultraschall feststellbar und selbst dann versterben noch bis zu 15% aller Embryonen bis zur 12. Schwangerschaftswoche.
(Quelle: http://www.kinderwunsch-uni-bonn.de/Haeufigkeit-von-Fehlgeburten.16984.0.html)



03.11.2014
Bild 1

Ultraschall vom 03.11.2014

zurück vor
schliessen
In PEPINAs Fall wurde am 3. November der erste Ultraschall durchgeführt und die Trächtigkeit bestätigt.

06.11.2014 Erste Bewegungen in der Gebärmutter

10.11.2014
Bild 2

Ultraschall vom 10.11.2014

zurück vor
schliessen
Am 10.11. präsentierte der kleine Embryo bereits seine Fluke und seine Wirbelsäule.
Die Länge des kleinen Delfinchens kann nicht einfach gemessen werden, da es sich meist hin und her bewegt und man nur eine kleine Momentaufnahme bekommt.
Jetzt kann man schon den kleinen Delfin erahnen

18.11.2014
Bild 3

Ultraschall vom 18.11.2014

zurück vor
schliessen
Am 18.11. konnte man Kopf und Körper gut unterscheiden und die Länge versuchsweise ausmessen. Das „Ausmessen-um-die-Ecke“ gibt nur eine ungefähre Schätzmessung ab. Genauere Messungen lassen sich im fortgeschrittenen Alter deutlich besser durchführen. Pepinas Baby ist hier schätzungsweise etwa 10 cm groß.

24.11.2014
Bild 4

Ultraschall vom 24.11.2014

zurück vor
schliessen
Auch am 24.11. wollte sich das Jungtier nicht in voller Länge zeigen, allerdings konnte hier der Kopf mit deutlich sichtbarem Ober- und Unterkiefer dargestellt werden.

01.12.2014
Bild 5

Ultraschall vom 01.12.2014

zurück vor
schliessen
Delfinbabies wachsen rasant schnell. Gab es zu Beginn des Novembers noch eine nicht genau zu definierende Umfangsvermehrung in der Gebärmutter, kann man heute bereits deutlich eine richtige kleine Fluke erkennen.

Bild 6

Ultraschall vom 01.12.2014

zurück vor
schliessen
Zusätzlich präsentierte sich das Baby auch fast in seiner vollen Länge, die nun schon ca. 15 cm beträgt.

08.12.2014
Bild 7

Ultraschall vom 08.12.2014

zurück vor
schliessen
Heute hat sich das kleine Delfinchen nicht so schön gezeigt. Wahrscheinlich war es kamerascheu, da wir ja heute von RTL West begleitet wurden. Beim Ausmessen konnte eine Größe von etwa 18 cm festgestellt werden.
Auf diesem und dem Video von letzter Woche kann man ein kleines Stückchen hinter dem Kopf das kleine Herzchen schlagen sehen.
Zur Zeit muss man noch ganz genau hinschauen, um die kleinen Herzklappen zu erkennen, aber bald kann man es deutlich besser bestaunen. Im nächsten Monat hat Pepinas Baby das erste Trächtigkeitsdrittel geschafft. Dann wird es immer schwieriger das Baby in seiner ganzen Länge darzustellen.
Dann werden andere Mittel zur Berechnung zu Rate gezogen, die wir Ihnen dann gerne vorstellen werden.

17.12.2014
Bild 8

Ultraschall vom 17.12.2014

zurück vor
schliessen
Nicht immer liegt das Jungtier so schön, dass man es der Länge nach gut ausmessen kann. Mit zunehmendem Alter wird es auch immer schwieriger, es in seiner gesamten Länge darzustellen. Wir bewegen uns nun langsam auf das 2. Drittel der Trächtigkeit zu (Monat 5 – 8). In den nächsten vier Monaten werden die Organe viel deutlicher zu sehen sein, aber auch das Ausmessen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Jetzt ist die Zeit, in der bestimmte Messungen sehr wichtig werden. Es gibt zwei Messungen mit denen, mit Hilfe eines von Dr. Geraldine Lacave et al. entwickelten Computerprogramms, das ungefähre Geburtsdatum berechnet werden kann. Im Laufe der nächsten Wochen versuchen wir also bei jedem Ultraschall diese Messungen durchzuführen. Nur mit einer ausreichenden Anzahl von Messungen lässt sich das Datum genau bestimmen.

Bild 9

Ultraschall vom 17.12.2014

zurück vor
schliessen
Das Jungtier liegt für den Untersuchenden nicht immer perfekt, da man die Messung nur in einer bestimmten Position machen kann. Frauen, die diese Untersuchungen selbst bei sich schon erleben durften, kennen dies. Auch die Menschenkinder sind nicht immer kooperativ, zum Beispiel um das Geschlecht zu bestimmen oder schöne Gesichts“fotos“ für die werdenden Eltern zu bekommen. Aber auch bei Menschen werden solche Messungen, und noch andere, vorgenommen, um eine zeitgerechte Entwicklung zu bestätigen. Bei Delfinen bestimmt man hauptsächlich den sog. Biparietalen Durchmesser (Länge von einem seitlichen Schädelknochen der einen Seite zu einem der anderen Seite, im Prinzip also der Querdurchmesser des Kopfes) und den Querdurchmesser des Brustkorbes an seiner breitesten Stelle in Höhe des Herzens.

Bild 10

Programm zur Bestimmung des Geburtsdatums

zurück vor
schliessen
Wer mehr über das Programm erfahren möchte, kann dies hier:
Programm zu Bestimmung des Geburtsdatums
Ist der Ultraschall schädlich?
Es gibt bislang keinerlei Hinweise, dass Ultraschall sowohl für Menschenkinder als auch für Delfine gefährlich sein könnte.

Die Frequenzen beim diagnostischen Ultraschall liegen bei 5 bis 10 Millionen Hertz. Menschen können Geräusche bis zu 20.000 Hertz wahrnehmen. Delfine hören und kommunizieren in einem weit höheren Bereich, aber auch sie, die Bereiche bis zu 150.000 Hertz hören können, sind vom Ultraschall nicht betroffen.

Auch eine Erwärmung des Gewebes durch Schallwellen wird immer wieder diskutiert. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte jedoch eine Erwärmung des Fruchtwassers bislang nicht nachgewiesen werden. Für die Delfine ist dies ebenfalls nicht relevant, da hier der Ultraschall in der Regel nur wenige Minuten dauert und auch kein Dopplerultraschall (ein etwas stärkeres Verfahren, dass zur Untersuchung von Gefäßen und Herz, eingesetzt wird) zur Verwendung kommt.

22.12.2014
Bild 11

Ultraschall vom 22.12.2014

zurück vor
schliessen
Auf diesem Bild kann man den Kopf des Delfinbaby erkennen.

Bild 12

Ultraschall vom 22.12.2014
mit Messpunkten

zurück vor
schliessen
Auch in dieser Woche wurde wieder Maß genommen und die Werte in das Programm eingegeben.

Bild 13

Programm zur Bestimmung des Geburtsdatums

zurück vor
schliessen
Je mehr Werte ausgemessen werden, umso genauer kann der erwartete Termin bestimmt werden.

29.12.2014
Bild 14

Ultraschall vom 29.12.2014
mit Messpunkten

zurück vor
schliessen
Kurz vor dem Jahreswechsel wurden der Kopf und der Brustkorb kurz ausgemessen. Alles wächst wie geplant und zum letzten Mal weicht der Geburtstermin nur um einen Tag ab.
Also starten wir sehr zuversichtlich in ein gesundes und glückliches Jahr 2015.

Bild 15

Ultraschall vom 29.12.2014
mit Messpunkten

zurück vor
schliessen

Bild 16

Programm zur Bestimmung des Geburtsdatums

zurück vor
schliessen

05.01.2015
Bild 17

Ultraschall vom 05.01.2015

zurück vor
schliessen
In dieser Woche konnte das kleine Baby leider nicht ausgemessen werden. Da die Ultraschalluntersuchungen in der Regel nur wenige Minuten dauern, konnte keine ideale Position zum Ausmessen gefunden werden. Dafür haben wir in dieser Woche zum ersten Mal die Knochen in den Brustflossen („Flipper“) darstellen können.

Bild 18

Ultraschall vom 05.01.2015

zurück vor
schliessen
Auf diesem Bild kann man die zusammengefaltete Schwanzflosse („Fluke“) sehen. Diese wird in der Gebärmutter natürlich nicht gebraucht und liegt daher meist an den Seiten eingerollt. Delfine werden meist mit der Schwanzflosse zuerst geboren. Dies ist besonders wichtig, da sie dann schon einige Zeit im kälteren Beckenwasser „aushärten“ und in Form gebracht werden kann, bevor der Rest des Jungtieres folgt. Die kleinen Delfinchen benötigen eine feste Fluke, um zum ersten Atemzug möglichst schnell und koordiniert an die Wasseroberfläche gelangen zu können. Oft hilft die Mutter dabei auch noch mit.

11.01.2015
Bild 19

Ultraschall vom 11.01.2015

zurück vor
schliessen
Und auch in dieser Woche hatte der kleine große Tümmler kein Interesse daran sich ausmessen zu lassen. Dafür kann man aber auf dieser Aufnahme sehr schön erkennen, wie sich der Schnabel öffnet.
Im Film kann man den Herzschlag deutlich erkennen.

20.01.2015
Bild 20

Ultraschall vom 20.01.2015
mit Messpunkten

zurück vor
schliessen
In dieser Woche konnte das Baby wieder ausgemessen werden. Leider kann die Lage nicht immer exakt ausgemessen werden, daher gibt es manchmal Abweichungen vom erwarteten Geburtstermin. Einer der Werte bestätigt Mitte August, der andere deutet auf Anfang August hin. Hier gilt es jetzt bei den Messwerten am Ball zu bleiben, um eine möglichst exakte Vorhersage zu bekommen.

Bild 21

Ultraschall vom 20.01.2015
mit Messpunkten

zurück vor
schliessen

Bild 22

Programm zur Bestimmung des Geburtsdatums

zurück vor
schliessen

Bild 23

Ultraschall vom 20.01.2015

zurück vor
schliessen
Auf diesem Bild kann man die beiden Brustflipper des Tieres erkennen.

03.02.2015
Bild 24

Ultraschall vom 03.02.2015

zurück vor
schliessen

Bild 25

Ultraschall vom 03.02.2015

zurück vor
schliessen
PEPINA befindet sich nun schon im zweiten Trächtigkeitstrimester und nun muss das Baby nur noch wachsen. Alle Organe sind angelegt und sehen bislang, soweit man es beurteilen kann, völlig normal aus. Nun heißt es alle Energie in das Wachstum zu legen. Bis zum erwarteten Termin muss das Kleine seine Größe verdreifachen. Vorab reicht es also im 2-wöchigen Abstand Messungen vorzunehmen und den Verlauf der Trächtigkeit zu kontrollieren.

Heute wurden wieder der Kopf und der Brustkorb ausgemessen und wir bewegen uns nun in einem erwarteten Geburtszeitraum vom 11. bis zum 15. August.

Bild 26

Ultraschall vom 03.02.2015

zurück vor
schliessen
Auch konnte heute die Nabelschnur gut dargestellt werden. Wie beim Menschen versorgt sie beim Delfin auch den Nachwuchs mit allen wichtigen Nährstoffen, die er für seine Entwicklung braucht.

23.02.2015
Bild 27

Ultraschall vom 23.02.2015

zurück vor
schliessen
Heute wurde bei PEPINA ein Ultraschall unter Begleitung der WAZ durchgeführt. PEPINAs Baby ist mittlerweile so groß, dass es nicht mehr der Länge nach ausgemessen kann. Unsere Schätzung liegt bei 40-50 cm. Somit hat es schon die Hälfte der Geburtsgröße erreicht. Der Schädel- und der Brustkorbdurchmesser wurden genommen und ins Programm eingetragen. Bei beiden Daten gab es eine Punktlandung Anfang August. Die gemittelten Werte liefern einen Zeitraum vom 10.-13. August an.

Bild 28

Programm zur Bestimmung des Geburtsdatums

zurück vor
schliessen

Bild 29

Ultraschall vom 23.02.2015

zurück vor
schliessen
Heute konnte wieder wunderbar die Fluke dargestellt werden. Man kann gut erkennen, wie die Enden noch eingerollt, platzsparenderweise, in der Gebärmutter liegen. Sie werden erst zur Geburt im Wasser ausgerollt.

25.03.2015
Bild 30

Ultraschall vom 16.03.2015

zurück vor
schliessen
Längere Zeit gab es schon keine neuen Bilder von Pepina. Leider hat sich das Jungtier nie in eine Position begeben, die eine Messung möglich gemacht hätte. Am 16.3. konnte zum Beispiel der Schädel immer wieder nur seitlich dargestellt werden und der Brustkorb gar nicht ausgemessen werden.

Bild 31

Ultraschall vom 25.03.2015

zurück vor
schliessen
Am 25.3. zeigte sich das Jungtier aber wieder deutlich kooperativer. Schädel und Thorax wurden vermessen und in das Programm eingegen. Das Datum bleibt nachwievor Mitte August. Das heißt dann auch, dass das Jungtier sich gut weiterentwickelt und keinen Anlass zur Sorge gibt. Weiter so, Pepina!!!

Bild 32

Ultraschall vom 25.03.2015

zurück vor
schliessen

Bild 33

Programm zur Bestimmung des Geburtsdatums

zurück vor
schliessen

20.04.2015
Bild 34

Programm zur Bestimmung des Geburtsdatums

zurück vor
schliessen
Das kleine Delfinchen wächst und gedeiht. Im Moment zeigen uns die Messungen die ersten zwei Augustwochen als möglichen Geburtstermin.
Der letzte Ultraschall fand am 20.4. mit einem Team des WDR Duisburg statt (voraussichtlicher Sendetermin: 29.4.).

Bild 35

Ultraschall vom 20.04.2015

zurück vor
schliessen
Hier wird der Brustkorb (Thorax) ausgemessen. Nun hat er den Kopf an Größe (Durchmesser) schon überholt.

Bild 36

Ultraschall vom 20.04.2015

zurück vor
schliessen
Der kleine Delfin hält seinen Kopf auf dieser Aufnahme ein wenig schief. Deutlich kann man die Zähne erkennen.

Bild 37

Ultraschall vom 20.04.2015

zurück vor
schliessen
Hier sieht man in der Seitenansicht wie schön sich die Wirbelsäule darstellt. Bislang zeigt sich die Trächtigkeit tadellos. Pepina geht es sehr gut und als aufmerksamer Beobachter kann man mittlerweile die Bewegungen des Jungtieres auch mit dem bloßen Auge erkennen.

06.05.2015
20.05.2015

Bild 38

Ultraschall vom 06.05.2015

zurück vor
schliessen
Am 6.5. konnten der Kopf und der Brutkorb ausgemessen werden. Mittlerweile ist der Kopf für uns der wichtigste Termingeber. Ein Kopf entwickelt sich gleichmäßig bei allen Delfinbabies. Die Größe des Brustkorbes ist individuell unterschiedlich.
Es gibt ja schliesslich kleine und große, dicke und dünne Babies.
Dennoch ist es durch seitlichere Lage des Babies nicht immer einfach den Kopf wirklich gut ausmessen zu können. Eigentlich sollte er komplett rund abgebildet sein, das ist er aber nicht immer und wir wollen das Ultraschalltraining natürlich so kurz wie möglich halten.

Bild 39

Ultraschall vom 06.05.2015

zurück vor
schliessen

Bild 40

Ultraschall vom 20.05.2015

zurück vor
schliessen
Am 20.5. war es wieder ein wenig aufregend, da die werdende Mutter mal wieder im Fokus der Medien stand. Ein Team von Phoenix drehte im Zoo zum Thema Faszination Zoo und liess sich auch einen Ultraschall nicht entgehen. Pepina zeigte sich und das Kalb von ihrer besten Seite. Man sieht z.B ein schönes Bild vom Köpfchen.
Der Geburtstermin bleibt zusammengefasst weiterhin Mitte August.

Bild 41

Ultraschall vom 20.05.2015

zurück vor
schliessen

Bild 42

Programm zur Bestimmung des Geburtsdatums

zurück vor
schliessen
Nun befinden wir uns also im Endspurt, in den letzten 3 Monaten. Die Vorfreude wächst.

22.06.2015
Bild 43

Ultraschall vom 22.06.2015

zurück vor
schliessen
Am Montag, den 22.6. war wieder ein Ultraschalltermin für Delfinweibchen Pepina.
Dem Jungtier geht es hervorragend. Neben dem Schädel sieht man deutlich den Gelbkörper. Dieser produziert das Hormon Progesteron, welches die Schwangerschaft aufrecht erhält. Unterstützt wird er von der Plazenta, dem sog. Mutterkuchen.
Die Messungen waren an diesem Tag eine Punktlandung. Sowohl der biparietale Durchmesser (von Scheitelbein zu Scheitelbein), als auch der Brustkorbdurchmesser ergaben als Datum den 8. August. Es bleibt spannend. Ob es in 7 Wochen wirklich schon Nachwuchs geben wird?
Demnächst wird dann der Gesäugeabstand und die Temperatur gemessen.

Bild 44

Ultraschall vom 22.06.2015

zurück vor
schliessen

Bild 45

Ultraschall vom 22.06.2015

zurück vor
schliessen

Bild 46

Programm zur Bestimmung des Geburtsdatums

zurück vor
schliessen

17.08.2015
Bild 47

Mutter und Tochter

zurück vor
schliessen
Hurra, es ist ein Mädchen!

Nach 12 Monaten des Wartens und regelmäßiger Kontrollen hat das Duisburger Delfinweibchen PEPINA fast eine zeitliche Punktlandung hingelegt. Per Ultraschall wurde ein Geburtstermin am 15.8. ausgerechnet. Allerdings zeigte PEPINA keine der typischen Anzeichen einer nahenden Geburt. Ein gleichbleibender guter Appetit, kein deutlicher Milcheinschuss und keine Reduzierung der Körpertemperatur gaben keinen Hinweis auf ein freudiges Geburtsereignis. Dennoch zahlte sich die Erfahrung der Duisburger Tierpfleger aus. PEPINA durfte vorsorglich bereits 3 Tage vor der errechneten Geburt in das Mutter-Kind-Becken schwimmen. Und genau dort hat sie in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf sehr routinierte Art und Weise ein kräftiges Jungtier geboren.

Bild 48

Blutentnahme

zurück vor
schliessen
Das 18,2 kg schwere Mädchen verbrachte den Sonntag ungestört mit seiner Mutter und wurde am Montag Morgen zum ersten Mal untersucht.
Blutentnahme, Gewichtsmessung und Nabelkontrolle verliefen professionell und zügig, natürlich immer in Hör-und Sichtkontakt zur Mutter.
Ganz deutlich sieht man noch die Überbleibsel der Falten auf der Haut des Jungtieres (sog. Fetal folds), die darauf hinweisen, dass der Platz in der Gebärmutter für den bei der Geburt knapp 1 m großen Jungdelfin doch begrenzt war und das Jungtier platzsparend untergebracht werden musste. Da die oberste Hautschicht der Delfine binnen Stunden regelmäßig ausgetauscht wird und die Jungtiere sehr schnell wachsen, werden diese Falten bald nicht mehr zu sehen sein.
Hiermit laden wir alle Delfininteressierten ein, auf der Homepage des Zoo Duisburg die weitere, hoffentlich positive Entwicklung des Jungtieres zu verfolgen.

Bild 49

Gesäugeabstand

zurück vor
schliessen
Wie wir schon im Vorfeld berichtet haben, ist eine Möglichkeit den nahenden Geburtsbeginn zu erahnen, das regelmäßige Ausmessen des Gesäugeabstandes. Kurz vor der Geburt kommt es oft zum Milcheinschuss und der Abstand erweitert sich sichtbar.
In Pepinas Fall kam es zwar zu einer ganz langsamen Steigerung, aber nicht zu einem signifikanten Anstieg.
Auf der Grafik kann man sehen, dass der Abstand der morgendlichen und abendlichen Messungen zwar leicht gestiegen ist, aber unter 5 cm sind noch kein ordentlicher Milcheinschuss.

Bild 50

Temperaturverlauf

zurück vor
schliessen
Auch die Körpertemperatur wird rektal morgens und abends gemessen. Um einen deutlicheren Abfall für alle sichtbar darstellen zu können, wird in Grad Fahrenheit gemessen. Bei vielen Säugetieren und auch bei Menschen kann die Temperatur kurz vor der Geburt um 1°C abfallen.
Die Grafik zeigt, dass es bei Pepina nicht zu einem Abfall gekommen ist.

24.08.2015 Zoo Duisburg unter Schock

Am Sonntagmittag gegen 13.30 Uhr hörte das kleine Delfinbaby von PEPINA ganz plötzlich auf zu atmen.
Seit seiner Geburt vor einer Woche deutete absolut nichts auf eine Erkrankung hin. Im Gegenteil, das kleine Mädchen, welches bei seiner Geburt 18,2 kg wog, hatte innerhalb einer Woche bereits 3,2 kg zugenommen. Atem- und Säugeverhalten waren ohne Auffälligkeiten und auch die erfahrene Mutter PEPINA verhielt sich vorbildlich. Auch die tägliche Untersuchung inklusive Blutentnahme wies auf einen hoffnungsvollen Weg hin. Gerade hier war ein hoher Antikörperspiegel auffällig, der auf eine ausreichende Aufnahme der wertvollen ersten Muttermilch in den ersten Lebensstunden hinwies. Auch der mehrfach erfasste Cortisolspiegel deutete auf ein sehr entspanntes Kalb hin, welches bei jeder Untersuchung von der Mutter in unmittelbarer Nähe betreut wurde. Jeden Tag erfreuten sich die Mitarbeiter an der tollen Entwicklung.

Am Sonntagmittag verlief alles binnen Sekunden.
Das Jungtier kam plötzlich schnellatmend zur Wasseroberfläche und verstarb unmittelbar.
Eine sofortige Wiederbelebung und Behandlung durch Tierpfleger und Tierärztin vor Ort blieben erfolglos. Das Jungtier wurde zur pathologischen Untersuchung an eine veterinärmedizinische Hochschule gebracht. Genauere Daten zur Entwicklung sowie das Ergebnis der Untersuchung werden in Kürze auf der Homepage veröffentlicht.

Die Tatsache, dass auch im Freiland aufgrund des nicht gegebenen Immunitätsstatus neugeborener Delfine eine dramatisch hohe Jungtiersterblichkeit als populationsregulierender Faktor gegeben ist, stellt für den Zoo keinen Trost dar, zumal die Zoomitarbeiter nun wieder befürchten müssen, sich gegenüber haltlosen Anschuldigungen selbsternannter Delfinschützer behaupten zu müssen. Nach fünf erfolgreichen Delfinaufzuchten der letzten Jahre stellt dieser Todesfall seit langem mal wieder ein trauriges Ereignis im Delfinarium dar.

15.09.2015 Verdacht auf Lungenentzündung bei PEPINAs Jungtier hat sich nicht bestätigt

Die Obduktionsergebnisse des am 23. August 2015 verstorbenen Delfinjungtiers von PEPINA weisen auf ein akutes Herz-Kreislaufversagen hin.
Ursprünglich wurde von den Pathologen eine Lungenentzündung vermutet, da Teile der Lunge augenscheinlich verändert waren und eine Lungenentzündung bei neugeborenen Delfinen aufgrund ihres fehlenden Immunitätsstatus keine Seltenheit darstellt. Nach ausführlichen histologischen (feingeweblichen) Untersuchungen konnte eine Lungenentzündung als Todesursache jedoch ausgeschlossen werden. Auch eine in einem Ohr des Jungtieres diagnostizierte eitrige Mittelohrentzündung mit Pilzbeteiligung - ein nicht seltener Befund bei z.B. Schweinswalen in der Nordsee - kam als Todesursache nicht in Frage. Zudem wies das Jungtier einen guten Ernährungszustand und keinerlei Verletzungen auf.
Der Tod trat letztendlich durch akutes Herz-Kreislaufversagen ein, allerdings bleibt der Grund dafür nach den bisherigen pathologischen Befunden weiterhin ein Rätsel, weshalb weiterführende Untersuchungen in der Pathologie angefordert wurden.

Der Tod des Delfinjungtiers und die Schwierigkeit, trotz modernster Diagnostik die genaue Todesursache ermitteln zu können, zeigen auf, dass auch heute noch Vieles erforscht werden muss, um die Tierwelt in Gänze zu verstehen.